LED Strip Connector mit eigenem Kabel anschließen

Heute mal thematisch etwas ganz anderes aus der Kategorie „Basteln“. Niedervolt LED-Strips haben hervorragende Eigenschaften, um mit minimalem Aufwand als Hintergrundbeleuchtung verbaut zu werden. Die Installation ist denkbar einfach und das Anschließen der Stromversorgung ist selbst für Hobby-Handwerker keine echte Herausforderung, wenn die Strips nicht gerade im Sichtfeld montiert werden sollen und man die passenden Verbinder zur Hand hat.

Kürzlich hatte ich das Problem, dass ich LED-Strips anschließen wollte, bei denen aus ästhetischen Gründen der Anschluss direkt in ein weißes Kabel übergehen sollte, welches ich sichtbar aber dezent am Türrahmen verlegen wollte. Im Lieferumfang fanden sich ein dickes, schwarzes Kabel mit vergossener Sockel-Buchse, eine etwas dünnere und angelötete Doppellitze in Rot und Schwarz sowie zwei Schnellverbinder, mit denen man hätte zwei Strips verbinden können. Grundsätzlich ausreichend – in meinem Fall allerdings keine brauchbaren Optionen, wenn nicht von den Türrahmen schwarze Kabelpeitschen mit Steckern baumeln sollten.

So fiel meine Wahl auf die Schnellverbinder, die eigentlich nicht zum Anschluss der Stromversorgung gedacht waren. Bleibt die Frage: Wie die Litze so einklemmen, dass sie auch nach dem Schließen des Schnellverbinders noch ausreichend Kontakt gibt, keinen Kurzschluss macht und nicht verrutscht?

LED-con_before

Nach einigen erfolglosen Versuchen, war ich bereits fast willens die Anschlüsse direkt auf die LED-Strips zu löten. Da kam mir die Idee, direkt aus den Kabelenden einen Verbinder zu formen, der unter die beiden Kontakte passt und nicht verrutscht.

LED-con_prep1

Die von der Isolierung befreiten Enden zog ich etwas auseinander, so dass die Litze ein flaches und breites Bündel bildete (1). Anschließend verzinnte ich die Bündel mit ausreichend Flussmittel (2). Trotz des vorherigen Auseinanderziehens waren die Enden noch viel zu dick, um unter die Kontakte zu passen.

LED-con_prep2

Um die Enden nun entsprechend flach zu formen, presste ich die Enden mit Hilfe eines Feinmechaniker-Schraubstocks auf die benötigte Stärke, in etwa einen viertel Millimeter und schnitt anschließend überschüssiges Material ab, um die Kontaktflächen zu bilden (3). Wer keinen Schraubstock zur Hand hat, könnte auf eine ausreichend starke Zange, Schraubzwingen oder im Notfall auch auf einen Hammer zurückgreifen. Um nun unter den Kontakten nicht zu verrutschen, hilft noch eine leichte Körnung in der Mitte der entstandenen Kontaktfläche (4).

Das Ergebnis erfüllt seinen Zweck und ist in jedem Fall eine Alternative, wenn man gerade kein passendes Anschlussmaterial sondern nur den Schnellverbinder bei der Hand hat.

LED-con_after

Sicherheitshalber noch der Hinweis, dass sich diese Art des Anschlusses lediglich für feste, nicht bewegte Installationen sowie für die 2-Pin-Variante sinnvoll anbietet, da nur der zweipolige Schnellverbinder (10mm) über ausreichend Platz zur Aufnahme der gelöteten Kontaktflächen bietet.
Obwohl auf Grund der geringen Spannung die Luftstrecke vernachlässigbar ist, sollte ein Abstand von mindestens einem Millimeter zwischen den Kontakten eingehalten werden, um Fehler zu vermeiden. Und zu guter Letzt: Jeder bastelt auf eigene Verantwortung. Gewissenhaftes Arbeiten bei der Herstellung und Klemmung der Kontakte ist dementsprechend wichtig – wer sich unsicher ist, sollte auf Anschlussmaterial der Hersteller zurückgreifen.

Über Thomas Roschinsky
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