Build Tour 2015

Build Tour 2015Als ich von dem Event erfuhr, ging mir die Frage „Wie soll man eine 3- bzw. 4-Tages Konferenz mit weit über 100 Sessions sinnvoll in einen Tag mit 3 Sessions packen?“ durch den Kopf. Die Antwort liegt auf der Hand – geht nicht, keine Chance, nicht mal ansatzweise. Wenn man sich jedoch vorher nicht aus Versehen zu einer solchen Erwartungshaltung hat hinreißen lassen, ist den Microsofties der Espresso der großen Build durchaus gelungen.

Ursprünglich hatte ich mir überlegt erst nach der Keynote zu erscheinen. Es erwies sich als glückliche Fügung, dass ich mich anders entschieden hatte. Zu meiner Freude war die Eröffnung der Veranstaltung durch Mr. Kevin Gallo alles andere als zäh. Nach den zu erwartenden Statements zur neuen Konzern- und Entwicklungsstrategie, die dem aufmerksamen Developer in den vergangenen Wochen wahrlich nicht entgehen konnten, gab es bereits Demos mit Code im Visual Studio. Einige Pannen vermittelten während der Demos ein recht authentisches Gefühl sowie den Eindruck, dass noch einige Tests laufen müssen, bis ein RC und die Final von Windows 10 zu erwarten sind.

Trotz der knappen Agenda war fast alles mit dabei, was man bereits den Medien tröpfchenweise entnehmen konnte. Die Themen, die kurz beleuchtet wurden, machen definitiv neugierig auf mehr.

Die Stichpunkte, die ich mir von der Build mitgenommen habe:

  • Unified core and app platform
    • UAP – Universal App Platform
    • UWP – Universal Windows Platform
    • Ein Store für alle(s); auch für bestehende Anwendungen auf .NET- oder Win32-Basis
    • App-to-App communication via App Service
    • Visual Studio 2015 – Debugging Tools
  • Edge
    • Performance
    • TypeScript mit ECMA Script 6 in Edge mit dabei
    • Tools (modern.ie)
  • Was noch?
    • IoT mit Windows auf dem Raspberry Pi 2
    • Continuum
    • Azure – App Tracing
    • Design (design.windows.com)

Speziell zur Entwicklung von Windows 10 Apps ist der MVA-Kurs „A Developer’s Guide to Windows 10 Preview“ sehr zu empfehlen.

Wer nun Lust auf mehr bekommen hat, der wird fündig auf der Channel9-Seite zum Event mit allen Sessions sowie auch den Slides. Mit Hilfe des PowerShell-Scripts von Peter Schmidt in der TechNet Code-Gallery lassen sich bei Bedarf auch Videos und/oder Slides gesammelt herunterladen.

Was fehlte? Ganz klar – die Microsoft HoloLens zum Bestaunen und vielleicht sogar zum Ausprobieren. Schön wären auch ausreichend Tour-Shirts der Größe M gewesen, die leider bereits nach wenigen Minuten vergriffen waren. Macht aber nix – dafür habe ich jetzt ein neues Nightshirt. 😀

Ansonsten war der Tag gestern am Westhafen in Berlin eine schöne Zusammenfassung dessen, worauf sich .NET-Developer in naher Zukunft freuen dürfen. Herzlichen Dank auch an den Caterer – das Essen war ganz ausgezeichnet! Ein Tipp noch am Rande: Club Mate an der Getränke-Bar wäre eine clevere Alternative zu Wasser, Cola und Saft gewesen…

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Microsoft Azure angetestet

Trotz Patriot Act, NSA-Skandal und der heute ganz alltäglichen Paranoia, lässt sich das Thema rund um das IT-Buzzword, mit dem sich jede Runde B*llsh*t-Bingo gewinnen lässt, kaum ignorieren. So ist auch die Microsoft-Wolke, die seit der CTP aus dem Jahr 2008 und dem kommerziellen Release in 2010 nunmehr einige Jahre auf dem Buckel hat, deutlich aus den Kinderschuhen heraus und stellt eine ernstzunehmende Cloud-Plattform zur Verfügung.

Die Einstiegshürden sind verhältnismäßig niedrig – aktuell gibt es Azure für alle Interessierten mit einer kostenfreien, einmonatigen Testversion, die 150€ zum Ausgeben für virtuelle Infrastruktur beinhaltet. Für all jene, die über eine MSDN-Subscription verfügen, hat man noch bessere Nachrichten parat: Je nach Abo-Typ ist bereits ein Azure-Kontingent zwischen 40€ und 115€ pro Monat in der MSDN-Mitgliedschaft enthalten, was man keinesfalls nur aus Unwissenheit verfallen lassen sollte.

Die Teststellung ist mit einer Live-ID schnell und unkompliziert eingerichtet. Anschließend kann man sich seine Dienste in der Cloud mit wenigen Klicks zusammenstellen.

Azure Trial - Neuen Dienst/Instanz erstellen

Das tatsächliche Highlight bei der Bereitstellung sind jedoch die Kataloge, aus denen man zahlreiche vorab installierte/konfigurierte System-Images auswählen kann.

VM-Images

  • Windows Server 2008 R2 SP1 bzw. 2012 R2
  • Visual Studio
  • BizTalk
  • SQL Server
  • SharePoint
  • Dynamics-Produkte
  • Ubuntu
  • CentOS
  • Suse
  • Oracle

Web App Images

  • ASP.NET
  • Java
  • PHP
  • Node.js
  • Python
  • SQL Databases
  • MySQL
  • MongoDB
  • WordPress
  • Umbraco
  • Joomla
  • Drupal

Azure Trial - VM Katalog

Die Verwaltung der Azure-Services erfolgt vollständig über ein Web-Interface, mit dem sich von der einzelnen VM bis hin zur Gesamtabrechnung der in Anspruch genommenen Ressourcen für das Azure-Konto alles überwachen und steuern lässt.

Azure Trial - VM Dashboard

Und um die ganze Sache abzurunden, kann die Bereitstellung von Azure-Services ebenfalls via PowerShell oder gar per REST-Webservice erfolgen.

Mein Fazit: Für den Aufbau umfassender Test-Szenarien, das Ausprobieren neuer Technologien und die Entwicklung von Komponenten eine wirklich gute Alternative.